Mit unternehmerischer Weitsicht Krisen im EMS-Geschäft bestehen

„Krisenzeiten gibt es – doch mit unternehmerischer Weitsicht lassen sie sich überstehen“, weiß Bernd Krüger, Geschäftsführer des mittelständischen Auftragsfertigers Krüger & Gothe in Staßfurt bei Magdeburg. In den ersten Monaten dieses Jahres hat der EMS-Anbieter Zuwachsraten von 10 bis 20% verzeichnet. Bernd Krüger spricht über die Erfolgsfaktoren seiner Firma.

Krüger & Gothe ist ein mittelständischer Auftragsfertiger (EMS-Anbieter) mit 137 Beschäftigten in Staßfurt bei Magdeburg. Der Jahresumsatz von 13 Mio. € muss allerdings qualifiziert korrigiert werden, wenn man das Unternehmen mit anderen Auftragsfertigern vergleichen will.

Krüger & Gothe hat von namenhaften Kunden einen großen Anteil an Produktionsvolumen, bei denen das Unternehmen ausschließlich Material bereitgestellt bekommt. Wenn man diese Pakete inkl. dem typischen Materialeinkauf hochrechnet, dann steht das Unternehmen für 45 Mio. € Jahresumsatz. Ein gutes Leistungsverhältnis, wie man schnell erkennt.

Die technische Kompetenz und Zertifizierungen (u.a. ISO 9001:2000, ISO/TS 16949:2002, ISO 13485, ISO 14001:2004) sind zweifellos ein Faktor. Im EMS-Geschäft allerdings heute kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Was Krüger & Gothe von der Masse unterscheidet und was noch zum Erfolg beiträgt, sind folgende Punkte:

Automatisierte Fertigung zu wettbewerbsfähigen Preisen

1. Kontinuierliche breite technologische Weiterentwicklung: In Staßfurt achtet man nicht nur auf den Ausbau der SMD-Bestückkapazitäten. Gleichermaßen wird in andere weitergehende Technologien investiert, beispielsweise Laserbearbeitung oder MID-Technologie.

2. Auch spezifischen Investitionen steht man offen gegenüber. Ein Beispiel: Vor ca. einem Jahr kam ein renommiertes Unternehmen auf die Krüger & Gothe GmbH zu und wollte eine automatische Fertigungsstraße umgesetzt bekommen. Die Fachleute von Krüger & Gothe machten es möglich. Heute produziert das Unternehmen diese Produkte sehr erfolgreich zu wettbewerbsfähigen Preisen. Übrigens keine neuen Produkte, nein es sind Produkte, die bei anderen Unternehmen in der Vergangenheit einfach nicht kreativ genug hergestellt wurden. Das Schöne ist, vor Verlagerungen in die sogenannten Billigländer ist dieses Produktionskonzept recht gut abgesichert. Die Kosten sind niedrig, die Qualität hoch und stabil. Warum sollte verlagert werden? Ohne die Kreativität von Krüger & Gothe wäre dieses Produktionsvolumen allerdings möglicherweise schon ins Ausland abgewandert.

Prozesskette muss exakt aufeinander abgestimmt sein

3. Im Jahr 2007 führte die Krüger & Gothe GmbH ein leistungsstarkes ERP-System ein. Das System läuft stabil und schafft für die Beteiligten erhebliche Arbeitserleichterungen und Transparenz. Ein wichtiger Erfolgsfaktor, denn durch diese Transparenz ist es möglich, schnell und effektiv auf die Prozesse Einfluss zu nehmen.

4. Die Prozessoptimierung steht ebenfalls seit Jahren mit höchster Priorität im Mittelpunkt. Hier legt Bernd Krüger großen Wert darauf, dass es sich um alle Prozesse seines Unternehmens handelt. Denn als Auftragsfertiger kann man nur stark sein, wenn die gesamte Prozesskette fein aufeinander abgestimmt ist. Er weiß genau, die Technik alleine ist nicht der Erfolgsfaktor.

Auch wenn alle diese Maßnahmen nie fertig sind, wenn natürlich auch im straffen Tagesgeschäft immer mal wieder Fehler entstehen, so sieht man in der heutigen Zeit eindeutig den Erfolg. Entgegen vieler Unternehmen, die in der heutigen Zeit unter Umsatzrückgang und Ertragszusammenbrüchen zu leiden haben, ist davon im Hause Krüger & Gothe fast nichts zu spüren.

Augenmerk gilt Risiken und Verbesserungen

Erfolgsfaktoren von Krüger & Gothe sind Punkte, wie oben beschrieben, aber auch die Firmenphilosophie gehört dazu. Das Unternehmen rennt keinen Massentrends hinterher und man springt nicht ausschließlich auf ein Marktsegment oder nur auf große Stückzahlen. Der Erfolg liegt in der Breite des Produktionsspektrums, das man zu Spitzenpreisen anbieten kann.

Bernd Krüger achtet auch grundsätzlich darauf, seine Grenzkalkulation nicht zu verlassen. Denn eines ist klar, wenn man sich Aufträge mit solchen Zugeständnissen erkauft, kommt man nie wieder aus dem Teufelskreis heraus. Die Folgen wären finanztechnische Probleme und ggf. Instabilität, die für Kunden eines EMS verhängnisvolle Folgen haben könnten.

Ein Erfolgsfaktor ist bislang noch nicht erwähnt. Auch wenn in den ersten Monaten dieses Jahres weiterhin Zuwachsraten von 10 bis 20% realisiert wurden, ist man vorsichtig und selbstkritisch. Der Erfolg muss jeden Tag neu erarbeitet werden – von der Mannschaft, vom Führungskreis und vom Management. Dieses Bewusstsein schärft den Blick und führt zur Konzentration auf Risiken und Verbesserungen, möglicherweise ist genau das der übergeordnete Erfolgsfaktor.

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